18. April 2017

… die „Profis“ müssen ran

Alle drei Jahre erhalten landwirtschaftliche Betriebe im Frühjahr per Post eine Einladung zu einer Umfrage von ihren Landesämtern für Statistik. In der Agrarstrukturerhebung werden die Betriebsleiter nach ihrer Rechtsform, der Bodennutzung, dem Tierbestand, der Höhe der Gewinne und des betrieblichen Umsatzes sowie die Art der Bewirtschaftung befragt. Bei der Agrarstrukturerhebung 2016 (wie auch 2010) handelt es sich um eine sogenannte Vollerhebung und es besteht für die angeschriebenen Landwirte Auskunftspflicht. Vollerhebung bedeutet, alle land-und forstwirtschaftlichen Betriebe, die mindestens eine der unter § 91 Agrarstatistikgesetz festgelegten Erfassungsgrenzen erreichen, werden berücksichtigt. Im Falle der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind das Betriebe mit mehr als 5 ha. (siehe DESTATIS).

Oft ist das Ausfüllen des Fragebogens ist für die befragte Person eine sehr zeitintensive und manchmal auch lästige Arbeit – die Ergebnisse dienen jedoch den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft als wichtiges Instrument zur Erfolgskontrolle der regionalen, nationalen und europäischen Agrarpolitik. Schließlich möchte man wissen, wo und wie die eingesetzten finanziellen Mittel verwendet wurden. Nicht zuletzt ist die Erhebung auch ein Abbild der aktuellen landwirtschaftlichen Realität.

Die letzte Befragung fand im Frühjahr 2016 statt und die ersten, vorläufigen Ergebnisse wurden vom Statistischen Bundesamt nun veröffentlicht.

Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland von 1975 bis 20169.000 landwirtschaftliche Betriebe weniger als im Jahr 2013

Tatsache ist: Der landwirtschaftliche Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich weiter fort, jedoch nicht mehr so rasant wie in den letzten Jahren. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringerte sich von 2013 bis 2016 um 3 Prozent (ca. 9000 Betriebe weniger). Zwischen 2010 und 2013 waren es noch 5 Prozent (das entspricht 14.000 Betrieben).

Laut Agrarstrukturerhebung bewirtschaften 276.000 landwirtschaftliche Betriebe eine Fläche von ca. 16,7 Millionen Hektar. Das entspricht einer errechneten Durchschnittsfläche von 60,5 Hektar je Betrieb. Auch die Wichtigkeit der angebauten Feldkulturen ist in den letzten Jahren unverändert, so sind Winterweizen, Silomais und Winterraps die wichtigsten Kulturen im Ackerbau 2016.

Anzahl viehhaltender Betriebe rückläufig

Im Frühjahr 2016 wurden noch ca. 184.000 Betriebe gezählt, die Viehhaltung betreiben. Das sind 8 Prozent weniger als vor drei Jahren und die Anzahl viehhaltender Betriebe ist damit weiter rückläufig. Vom Strukturwandel besonders betroffen sind Schweinehalter. Deren Anzahl reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 18 Prozent. Die Anzahl der Rinder- und Schweinebestände blieb jedoch nahezu konstant.

Ökologischer Landbau weiter auf dem Vormarsch

Zum Zeitpunkt der Erhebung wurden ca. 23.000 ökologisch bewirtschaftende Betriebe gezählt, im Jahr 2013 waren es noch 18.000 und im Jahr 2010 17.000 Betriebe. Ebenfalls steigt auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 11 Prozent auf 1,1 Millionen Hektar.

Die endgültigen Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung werden voraussichtlich im Mai 2017 vom Statistischen Bundesamt (DESTATIS) veröffentlicht. Weitere interessante Daten und Fakten rund um die Landwirtschaft sind auf der thematisch sehr gut aufbereiteten Webseite von DESTATIS zu finden.

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