11. Januar 2018

Eine Frucht mit Geschichte und Ausbaupotential

Exotische Papaya, samtige Aprikosen und süße Erdbeeren – man könnte meinen, dass diese Früchte auf der Beliebtheitsskala ganz oben mit dabei sind, aber nein: Der gute alte Apfel steht bei den Deutschen an Position 1 der beliebtesten Obstsorten – und an Position 4 auf der ganzen Welt. Im Durchschnitt verspeist jeder Deutsche pro Jahr um die 20 kg davon – als knackig-süße, leicht säuerliche oder mehlige Variante.

Und die Tendenz scheint steigend, denn gegenüber dem Jahr 2012 sind die Anbauflächen für Äpfel um 7 % gestiegen. Insgesamt wurden 552.000 Tonnen 2017 in Deutschland geerntet und weltweit über 40 Millionen Tonnen produziert.

Dieser außerordentliche Konsum hat sicher auch für kreative Ergüsse gesorgt, die sich dann in Sprichwörtern wie „An apple a day, keeps the doctor away“ oder „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ niedergeschlagen haben. Doch die Vorliebe für die runde Frucht mit seiner schützenden Wachsschale hat schon vieler früher angefangen. Alles Grund genug, den Tag des Apfels gebührend zu würdigen.

Von Asien um die ganze Welt

Schon mehrere tausend Jahre ist der Apfel bekannt und über die Völker hinweg beliebt. Symbolisch stand er z. B. bei den Kelten für Tod und Wiedergeburt, bei den Germanen für Unsterblichkeit, bei den Römern für die Weltkugel. Von Asien aus hat er sich über die Jahrhunderte verbreitet und wurde kultiviert und langsam zu dem Apfel, den wir auch heute kennen.

Der Apfel: klar im Vorteil – kalorienarm und mit wertvollen Inhaltsstoffen

Mit einem Apfel tun Sie sich etwas Gutes, das wusste schon Hildegard von Bingen. Für das Immunsystem, für Herz, Darm, Gelenke, den optimalen Cholesterinwert, zur Vorbeugung gegen diverse Erkrankungen. Und natürlich stimmt auch: 70 % aller Vitamine stecken in bzw. direkt unter der Schale, deshalb gilt: Schale bitte mitessen.

Geschmackliches Multitalent

Hätten Sie’s gewusst: eigentlich gibt es weltweit 30.000 Apfelsorten, in Deutschland wachsen davon aber nur 2.000. Und davon wiederum gelangen nur 25 Sorten in den Handel. In den letzten Jahren werden auch wieder vermehrt alte Apfelsorten kultiviert, sodass vielleicht bald noch mehr Geschmacksvielfalt in unsere Obstkörbe wandert. Hinzu kommt, dass gerade alte Apfelsorten wie z. B. die älteste Apfelsorte „Borsdorfer Apfel“ noch mehr Vorteile für Produzenten und Konsumenten mit sich bringen: sie sind vitaminreicher und resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge. In Europa gibt es sogar eine uralte Wildapfelart – und hier ist man sehr bemüht, sie weiterhin zu schützen und zu erhalten. Traditionell wird sie in Tee-Form bei Erkältungen oder Darmkrankheiten eingesetzt.

Äpfel aus der Region – weiter auf dem Vormarsch

China ist in Sachen Apfel-Produktion schon lange Weltmeister – und Deutschland produziert lediglich die Hälfte des Eigenbedarfs. Doch das Herz der Verbraucher schlägt seit einiger Zeit verstärkt für Regionales: 73% der Verbraucher legen Wert auf regionale Lebensmittel – so das Ergebnis des BMEL-Ernährungsreports 2017. Vielleicht ist der Tag des Apfel 2018, heute am 11. Januar, ein guter Tag, um über diese Tatsachen gründlich nach- und vielleicht auf umzudenken. Denn der Kopf des Menschen ist rund, wie ein Apfel, auch damit „das Denken die Richtung ändern kann“.

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